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Mit über einer Milliarde Einwohnern ist Indien
nach der Volksrepublik China das bevölkerungsreichste Land der Erde.
Die Mittelschicht umfasst rund 350 Millionen Menschen und wächst
jährlich um 20 Millionen, was sich vor allem auch auf das Wachstum
der Verbrauchermärkte stark auswirkt. Schon lange war Franke im
Rahmen seiner globalen Wachstumsstrategie an diesem „Anbieter-Paradies"
interessiert, allerdings waren bis 1998 Importe von Spülen gesetzlich
verboten und werden heute durch Zölle von über 70% erschwert. Aufgrund
dieser massiven Handelshemmnisse entschied man sich bei Franke für
ein Joint-Venture mit einem indischen Partner.
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Nach eingehenden Marktabklärungen und Durchführbarkeitsstudien
schloss Franke mit einem indischen Partner im Oktober 1998 einen Joint
Venture-Vertrag für den Aufbau einer Produktions- und Vertriebsgesellschaft
ab. Franke hält dabei 90% des Aktienkapitals und ist damit Mehrheitsbesitzer
der neuen Gesellschaft Franke India Pvt. Ltd., deren Geschäftshauptsitz
sich in Mumbai (Bombay) befindet. In Mumbai selbst ist die Geschäftsleitung
mit der Marketing- und Verkaufsabteilung angesiedelt, während in Aurangabad
produziert wird. Im Mai 1999 erwarb Franke in Aurangabad ein 44'000
m2 grosses Grundstück und begann unter der Projektleitung des Schweizer
Corporate Development-Teams mit dem Bau des Produktionsgebäudes, das
im Frühjahr 2000 erfolgreich fertiggestellt werden konnte. Bis dahin
waren allerdings viele organisatorsiche und technische Schritte notwendig.
Ab Ende 1999 begann beispielsweise die Installation der Produktionseinrichtungen.
Fast alle Einrichtungen und Werkzeuge für die Spülenherstellung kamen
aus Indien, nur wenige Spezialeinrichtungen mussten importiert werden.
Gleichzeitig musste in der Aufbauphase intensiv nach neuen Mitarbeitern
gesucht werden, die dann lokal und in verschiedenen Franke Gesellschaften
geschult wurden.
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Ein
weitere, sehr wichtige Massnahme war die Entwicklung eines umfassenden
Spülenprogramms, das komplett auf die heutigen Marktbedürfnisse in
Indien abgestimmt wurde. Ergänzt wurde dieses Programm durch Importprodukte
aus dem umfangreichen Angebot der Franke Gruppe. Von diesen Zusatzprodukten
verspricht man sich vor allem, dass sie vom Design und ihren Funktionen
her zukünftig gewisse Akzente in Indien setzen werden. Auch bei der
Gestaltung der Herstellprozesse, die dem europäischem Produktions-Know-
How und Qualitätsverständnis entsprechen, ging man sehr flexibel vor,
um sich so ändernden Bedürfnissen am Markt schneller anpassen zu können.

Im März 2000 schliesslich fanden die Eröffnungsfeierlichkeiten
statt. Vertreter aus Aarburg, indische Behörden, Lieferanten und befreundete
Unternehmen nahmen daran teil. Seit August 2000 werden jetzt Spülen
in Serie für den indischen Markt hergestellt. Mittlerweile arbeiten
bei Franke India Pvt. Ltd. bereits rund 50 Mitarbeiter. Momentan konzentriert
sich der Vertrieb nur auf den Staat Maharashtra, soll aber so schnell
wie möglich auf die anderen Staaten Indiens ausgeweitet werden - mit
dem Ziel, im indischen Markt kurz- bis mittelfristig die Marktführerschaft
zu erlangen. |
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